Die Basiliken auf dem Forum Romanum |
Dies ist die einzige Basilika aus republikanischer Zeit, die bis auf uns übergekommen ist. Der Grundstein wurde 179 v.Chr. gelegt, 34 v.Chr. erhielt sie ihr endgültiges Aussehen. Hier wurden politische, wirtschaftliche und gerichtliche Verhandlungen abgehalten. Wir sehen noch Reste des Fußbodens aus buntem Marmor und den Grundriss anhand der Säulenstümpfe.

"Es muss überwältigend gewesen sein, die Basilika während einer Sitzung zu betreten, wenn 80 Richter in blütenweißer Toga auf ihren Plätzen versammelt saßen, während rechts und links von ihnen die berühmten Anwälte die Vernehmung leiteten. An wichtigen Prozesstagen reichte die Basilika kaum aus, um die herbeiströmenden Zuhörermengen zu fassen, auch die oberen Galerien, die Männer auf der einen Seite, die Frauen auf der anderen, waren überfüllt. Es herrschte eine fürchterliche Hitze. Die Anwälte mussten schreien, um sich Gehör zu verschaffen. Häufig wurde der Verhandlungsablauf durch bezahlte Claqueure unterbrochen".
Spiele der Müßiggänger: Doch selbst der beste Redner kann die Zuhörer nicht stundenlang fesseln. In der Zwischenzeit suchten die Müßiggänger auf den Treppen der Basilika Zerstreuung: Sie ritzten in den Marmor Spielbretter (tabulae lusoriae) ein, legten ein paar mitgebrachte Knöpfe drauf und vertrieben sich die Zeit zwischen den Prozessen mit Dame, Mühle oder anderen uns unbekannten Spielen. Schach kannten die Römer noch nicht. Es ist nicht schwer, die eingeritzten Spielbretter zu entdecken. Das beliebteste Spiel bei den Römern war jedoch das "Räuberspiel" (ludus latrunculorum), dessen aus 100 Feldern bestehendes Spielbrett auch hier vertreten ist. Die Römer waren so fanatisch bei diesem Spiel, dass sie im Eifer ihre innersten Seelenregungen preisgaben. Deshalb gibt auch Ovid in seiner "ars amatoria" den Frauen den Tipp, mit einem Mann eine Runde "Räuber" zu spielen. Dabei ereifere sich der Mann so, dass er eine leichte Beute der Frau wird, die es auf ihn abgesehen hat.
Die Basilika war zudem das Bankenzentrum der damaligen Welt. Hier wurden Geschäfte abgeschlossen, Geld gewechselt, Investitionen getätigt. Das Bankensystem war erstaunlich weit entwickelt. Wenn ein Römer eine längere Reise machte, brauchte er kein Bargeld mitzunehmen, seine Schecks und Kreditbriefe bekam er überall eingewechselt.


Dieser Bau sollte alle früheren Basiliken an Großartigkeit übertreffen. Doch das Gebäude wurde noch nicht fertig, als Maxentius an der Milvischen Brücke von Konstantin besiegtwurde. Konstantin vollendete die Halle, nahm aber starke Änderungen vor; so drehte er die Hauptachse um 90 Grad, damit der Haupteingang auf dem Forum lag. Vom Baustil her gehört diese Basilika nicht zum Typ der Basilica Julia oder Aemilia. Die Thermen des Caracalla und Diokletian (zeitlich vorher) zeigen uns, dass die römischen Ingenieure es gelernt hatten, große Räume durch Kuppel- und Bogenkonstruktionen zu überwölben. Diese Technik wurde hier angewandt. Aus religiösen Gründen wurde diese Bautechnik bei den neuen Basiliken, die Konstantin den Christen schenkte, nicht angewandt. Erst in der Renaissance wurde diese Technik im Westen wieder architektonisch fruchtbar. Anders verlief die Entwicklung im Osten: Bereits im 6.Jh. baute man dort Kuppelkirchen, deren bedeutendste die Hagia Sophia im heutigen Istanbul ist.

